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Gedichte SchaukelpferdGedichte zum Schaukelpferd

Ich wünsche mir ein Schaukelpferd
 Draußen schneit´s
 Das Schaukelpferd – Ein Gedicht
 Echtes Pferd
Mein liebstes Pferd
        

 

Ich wünsche mir ein Schaukelpferd

Ich wünsche mir ein Schaukelpferd,
'ne Festung und Soldaten
Und eine Rüstung und ein Schwert,
Wie sie die Ritter hatten.

Drei Märchenbücher wünsch' ich mir
Und Farben auch zum Malen
Und Bilderbogen und Papier
Und Gold- und Silberschalen.

Um weiße Tiere auch von Holz
Und farbige von Pappe,
Um einen Helm mit Federn stolz
Und eine Flechtemappe.

Ein Domino, ein Lottospiel,
Ein Kasperletheater,
Auch einen neuen Pinselstiel
Vergiß nicht, lieber Vater.

Auch einen großen Tannenbaum,
Dran hundert Lichter glänzen,
Mit Marzipan und Zuckerschaum
Und Schokoladenkränzen.

Doch dünkt dies alles euch zu viel,
Und wollt ihr daraus wählen,
So könnte wohl der Pinselstiel
Und auch die Mappe fehlen.

Ein Zelt und sechs Kanonen dann
Und einen neuen Wagen
Und ein Geschirr mit Schellen dran,
Beim Pferdespiel zu tragen .

Ein Perspektiv, ein Zootrop,
'ne magische Laterne,
Ein Brennglas, ein Kaleidoskop -
Dies alles hätt' ich gerne.

Als Hänschen so gesprochen hat,
Sieht man die Eltern lachen:
"Was willst du, kleiner Nimmersatt,
Mit all den vielen Sachen?

"Wer so viel wünscht", der Vater spricht's,
"Bekommt auch nicht ein Achtel -
Der kriegt ein ganz klein wenig Nichts
In einer Dreierschachtel !"

Draußen schneit´s

Wir hatten ein Schaukelpferd vorher gekauft.
Aber nachher kam gar kein Kind.
Darum hatten wir damals das Pferd dann Bubi getauft. -

Weil nun die Holzpreise so unerschwinglich sind;
Und ich nun doch schon seit Donnerstag
Nicht mehr angestellt bin, weil ich nicht mehr mag;
Haben wir's eingeteilt. Und zwar:
Die Schaukel selbst für November,
Kopf und Beine Dezember,
Rumpf mit Sattel für Januar.

Ich gehe nie wieder in die Fabrik.
Ich habe das Regelmäßige dick.
Da geht das Künstlerische darüber abhanden.
Wenn die auch jede Woche bezahlen,
Aber nur immer Girlanden und wieder Girlanden
Auf Spucknäpfe malen,
Die sich die Leute doch nie begucken,
Im Gegenteil noch drauf spucken, - -
Das bringt ja ein Pferd auf den Hund.

Als freier Künstler kann ich bis mittags liegen
Bleiben. - Na und die Frau ist gesund.

Es wird sich schon was finden, um Geld beizukriegen.
Anna und ich haben vorläufig nun
Erst mal genug mit dem Bubi zu tun.
Rumpf zersägen, Beine rausdrehn,
Nägel rausreißen, Fell abschälen.
Darüber können Wochen vergehn.
Das will auch gelernt und verstanden sein,
Sonst kann man sich daran zu Tode quälen.
Solches Holz ist härter als Stein.
Dann spalten und Späne zum Anzünden schneiden
Und tausenderlei. Aber das tut uns gut, uns beiden,
Sich mal so körperlich auszuschwitzen.

Außerdem kann man ja dabei
Ganz bequem auf dem Sofa sitzen;
Raucht seine Pfeife, trinkt seinen Tee,
Und vor allem: Man ist eben frei!
Man hat sein eigenes Atelier.
Man hat seinen eigenen Herd;
Da wird ein Feuerchen angemacht -
Mit Bubipferd -, Dass die Esse kracht.
Und die Anna singt und die Anna lacht.
Da können wir nach Belieben
Die Arbeit auf später verschieben.

Denn wenn man das Gas uns sperren lässt
Oder kein Bier ohne Bargeld mehr gibt,
Dann kriechen wir gleich nach Mittag ins Nest
Und schlafen, solange es uns beliebt.

Freilich: Der feste Lohn fällt nun fort,
Aber die Freiheit ist auch was wert.
Und das mit dem Schaukelpferd
Ist jetzt unser Wintersport.

Das Schaukelpferd - Ein Gedicht

Der Dezember ist mild. Am frühen Morgen
steht das Schaukelpferd schon bereit.
Steht schon vor sieben bei den Einkaufswagen
und hat sich wieder auf den Tag gefreut.

Und auf Kinder, von denen es
erinnert, dass sie gern schaukeln. Auf ihm.
Besonders auf ihm. So war´s schon vor Jahren.
Nein: Jahrhunderten. (Wie die Epochen vergeh´n!)

Zu Anfang hatte es Räder zu Füßen.
Die Kinder zogen es hinter sich her.
Dann, um 1700, in Amerika,
kam jemand, der wollte weniger. Und mehr.

Er schraubte dem Pferd Kufen unter.
(Und später nannte das Pferd das genial.)
Denn jetzt ging es mit den Kindern drunter
und drüber. Auf der Stelle. Über Berg und Tal.

Und alles im Zimmer. Und wenn Schlafenszeit war,
stand das Schaukelpferd still im Raum
und hörte die Echos des Tages aus den Betten.
Jagen. Springen. Mit ihm. Im Traum.

Und das Schönste: Weihnachten stand es im Licht,
die Kinder kamen, sangen ihm Lieder vor,
und das Kleinste legte ihm einen Arm um den Hals
und flüsterte ihm ins Ohr.

Dann änderte sich was. Was, weiß es nicht.
Nur, dass es plötzlich stehen blieb.
In den Kinderzimmern. In den Geschäften.
Den Kindern war plötzlich anderes lieb.

Ein paarmal wurde es noch an Karussells verliehen.
Schon ohne Kufen. Dann war auch das vorbei.
Jetzt steht es (unter Strom) bei den Einkaufswagen.
Man muss für es zahlen. Es ist nicht mehr frei.

Der Dezember ist mild. Schnee fällt hier nicht.
Die Kinder hasten hinter Eltern her.
Wenn sie spielen, dann mit piepsenden Kästchen.
Das Schaukelpferd sehen sie nicht mal mehr.

Es steht den ganzen Tag bei den Einkaufswagen.
Es freut sich immer noch tapfer. Es hofft.
Der Lack platzt. Und im Nieselregen
träumt es von früher. Das tut es jetzt oft.

Echtes Pferd

Sehr lustig ist ein Schaukelpferd.
Doch besser ist die Liese.
Ein Schaukelpferd ist gar nichts wert
im Feld und auf der Wiese.
Ein echtes Pferd, wie Liese ist,
vom Bauern gegenüber,
das Kutschen zieht und Hafer frisst.

Das ist mir zehn mal lieber.


Mein liebstes Pferd

Mein liebstes Pferd, dass ist mir treu
Dafür will es nicht mehr als ein bißchen Heu.

Wir reiten aus, so oft ich kann
Und stehe dabei meinen Mann.

Und kommt ein Hindernis uns in die Quere
Dann meistern wir das und reiten nicht in die Leere

Auch ein Graben gefüllt mit Wasser hält uns nicht auf
Es beschleunigt nur noch unseren Lauf

Und kommen wir abends kaputt ins Nest
So beginnen wir gleich mit einem entsprechenden Fest

Damit mein Pferd kriegt keine Cholera oder Pest
So mache ich für es einen Trinkwasser Test

So bleibt es gesund und munter
Und ich muss nicht immer von ihm runter.